Warum Dein Hund Dein Lehrer ist um Dein Schüler sein zu können
Dein Hund beherrscht Fähigkeiten, welche wir erst wieder lernen müssen, da sie sich während unserer Sozialisierung vielfach verlieren. Er riecht die Information im Wind, aufgrund derer er die Richtung ändert. Er hört das Rascheln, bevor wir eine Bewegung erkennen. Er ist in jedem Moment gegenwärtig in seinen Sinnen. Kein Gedanke an vorhin, kein Gedanke an nachher.
Wir nennen das Wildnisphilosophie wenn ein Mensch es wieder lernt was eigentlich bereits in ihm ist. Für den Hund ist es einfach Leben und gegenwärtig.
Ein Lehrer ohne Worte
Ein Lehrer muss nicht sprechen, um zu lehren. Er zeigt was ist. Dein Hund zeigt Dir jeden Tag wie sich Präsenz anfühlt. Er zeigt Dir, dass Wahrnehmung keine Anstrengung ist, sondern ein grundlegender Zustand in dem man einfach ist.
Genau darin liegt seine Lehre. Nicht in dem, was er tut, sondern in dem, wie er es tut.
In der Wildnis wird diese Lehre spürbarer. Dort, wo kein Zuhause ihn ablenkt, kein soziales Umfeld ihn beeinflusst, zeigt sich ob Dein Hund wirklich bei Dir ist oder Du nur mit ihm läufst um anzukommen.
Zwei Philosophien, eine Bewegung
Unsere Wildnisphilosophie fragt, wie ein Mensch wieder wahrnehmen lernt was da ist. Unsere Hundetraining-Philosophie fragt, wie eine Beziehung entsteht, die auf Vertrauen und Bewusstheit beruht statt auf Wunschdenken, Erwartungen, Enttäuschungen und Hierarchien. Wir betrachten diese Themen, welche in einem Strom münden, aus ganzheitlicher Sicht.
Wildnisphilosophie sagt: Werde wieder wach für das, was da ist. Hundetraining-Philosophie sagt: Vertraue einem Wesen, das längst dort ist wo Du noch hinkommst. Wer beides zusammen versteht, erfährt plötzlich warum unser Hund die freie Natur braucht, um uns seine volle Tiefe zu zeigen und uns auf die Reise zu uns selbst begleiten zu können. Der Wald macht sichtbar, wer Dein Hund wirklich ist. Dein Hund macht für Dich spürbar, was der Wald die ganze Zeit sagt und uns lehrt.
Was Wildnis und Hund gemeinsam von Dir verlangen
Beide verlangen dasselbe. Kein Schulwissen, keine Vorurteile, keine Bewertungen, sondern Aufmerksamkeit, Loslassen können und Bewusstheit. Keine Kontrolle, sondern Vertrauen. Keine Eile, sondern die Bereitschaft, im Moment zu bleiben, auch wenn er nichts Spektakuläres hergibt.
Ein Hund, der neben einem wachen Menschen durch unbekanntes Gelände geht, lehrt beides gleichzeitig. Er lehrt, wie man der Welt begegnet, und er lehrt, wie man einem anderen Wesen begegnet. Diese beiden Lektionen lassen sich am Ende nicht trennen. Wer lernt, seinen Hund wirklich wahrzunehmen, lernt zugleich, die Welt wirklich wahrzunehmen.
Warum diese Reihe sonntags erscheint
Sonntags führen wir zusammen, was sich unter der Woche manchmal getrennt zeigt. Nicht als Ergänzung, sondern als Erinnerung, dass beide Wege von Anfang an der eine Weg sind. Ein Mensch, der lernt in der Wildnis zu Hause zu sein, und ein Hund, der ihm dabei zur Seite steht, trainieren dasselbe.
Präsenz. Vertrauen. Ehrlichkeit ohne Worte.
Wie sich diese gemeinsame Präsenz gezielt entwickeln lässt, welche Schritte Mensch und Hund wirklich zusammenführen, das ist eine Frage unserer täglichen Praxis und des Unterrichtens.
Wer diesen Weg gemeinsam mit seinem Hund gehen möchte, findet ihn in unserer HundeWildnisSchule.
Die HundeWildnis-Philosophie erscheint jeden Sonntag auf diesem Blog, als Symbiose aus Wildnisphilosophie und Hundetraining-Philosophie.
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