Ganz schön ins Schwitzen gekommen

…sind unsere beiden Vierbeiner heute beim Probewandern. Oder sollte man besser „Probeklettern“ schreiben? Jedenfalls lautete das Tagesziel:

„Eine Runde über die Himmelsleiter und die Somsdorfer Klamm“

…testzuwandern, ganz so wie es beim letzten Treffen der „AG Hainsberger Rundwanderweg“ der Akteursrunde Freital ins Auge gefasst wurde.

Geplant ist eine Erweiterung des Rundwanderweges um mehrere Wanderoptionen in Somsdorf, Rabenauer Grund und Umgebung.

Gesagt, getan… auf ging es mit Start vom Weißeritzpark in den Rabenauer Grund vorbei am Abzweig zur Somsdorfer Klamm, welche wir in nicht allzulanger Zeit von oben herab zur Rückkehr planten. Weiter im Grunde bei erfreulich überschaubaren Zahlen an Mitwanderern ging es vorbei an Wasserkraftwerk, Kaskaden, Arthur-Lohse-Brücke hin zum etwas verborgenen Einstieg zur Himmelsleiter.

Man muss schon etwas genauer schauen um im wilden Bewuchs im Eck zwischen Wanderweg und Brücke der Weißeritztalbahn den Pfad durchs Grün zu entdecken. Einmal erblickt ging es, die erwartungsvollen Hunde voran, wacker in den Aufstieg.
Nun sollte den Ortsunkundigen, derer wir im Aufstieg einige trafen, nicht folgende wichtige Information versagt werden:

Die Himmelsleiter ist nur für trittsichere, recht schwindelfreie und körperlich tüchtige Wandersleute geeignet, vergleichbar mit der Rotkehlchenstiege im Schmilkaer Kessel.

Hinweis für Hundefreunde: zuverlässige Führigkeit des Hundes ist Voraussetzung um gefährliche Situationen zu vermeiden!

Während sich der Aufstieg rasch in einen recht steilen und teilweise etwas ausgesetzten Steig wandelte waren wir noch guter Dinge, gestählt durch unzählige Wander- und Steigtouren mit unseren Hunden in Sächsisch-Böhmischer-Schweiz, Böhmischen Mittelgebirge und Niederer, Westlicher sowie Hoher Tatra, diesen „kleinen Aufstieg“ im Rabenauer Grund pünktlich mit einem Nachmittagskaffee zu Hause abschliessen zu können.

Die Hunde, denen sowohl Kaffee als auch Zeitplanung seit eh und je kein Begriff sind, freuten sich ob der lustigen Kraxelei und uns schwante alsbald, dass selbst im Rabenauer Grund der Liebhaber des gepflegten Aufstiegs auf seine Kosten kommen kann. Jedenfalls war am namensgebenden Stahlkonstrukt ersteinmal Schluss mit dem forschen Vorwärtskommen.

Einerseits, weil wir zwar beide Hunde noch in freudig-sportlicher Verfassung dabei hatten, jedoch feststellen mussten, dass auch am Hang des Rabenauer Grundes 10kg Hund schlicht balancier- und tragefreundlicher sind als 45kg Lebendgewicht und andererseits ein Abseilgeschirr samt Seil für Hunde nur dann hilfreich ist, wenn es nicht im Auto liegt sondern zur Hand ist, wenn man es benötigt. Aber wer konnte denn schon ahnen…

Nun war guter Rat teuer und das Grübeln nach einer Lösung zur artgerechten Überwindung der Passage für unseren großen vierbeinigen Freund wurde etwas aufgelockert von einer heiteren Begegnung mit einer absteigenden Gruppe Wanderer aus Fernost, welche sicher alles im Felsen da oben erwartet hätte, aber keine 2 Hunde von denen der Kleinere freudig das Gelände gegen Eindringlinge sicherte und der Größere weiter unten auf verlorenem Posten im Felsen ausharren musste. Nach kurzer Absprache, Schulenglisch sei dank, konnte auch diese Verkehrssituation am Engpass zur allgemeinen Zufriedenheit und Erbauung geklärt werden. Die Gruppe stieg, scheinbar mangels Training, etwas hakelig aber hochmotiviert den Stieg herab und eine Notlösung brach sich derweil gedanklich ans Licht.

Der Bereich der Leiter ist aus unserer Sicht nicht risikofrei. Als wir an der Leiter aufsteigen wollten löste sich oberhalb am Weg ein faustgroßer Stein und verfehlte uns nur knapp.

Oberhalb der Leiter aktive Wanderer können jederzeit einen Stein lostreten, welcher wie in einem Trichter zielgenau den Weg über die Leiter nimmt.

Für den großen Vierbeiner ging es nun in etwas kniffliger Passage links an der Leiter vorbei im zerklüfteten Fels mit Hilfe des Hundeführers nach oben. Aber auch diese paar Meter sind nichts für schwache Nerven und ungeeignet für ungebübte Hund-Mensch-Teams. Ein paar Meter am steil abfallenden Fels sind es schon, welche keinerlei Fehltritt oder ein falsches Anziehen des Hundes verzeihen. Man sollte sich und seinen Hund sehr gut im Griff und Tritt haben. Ist dies nicht der Fall dann hilft es nichts, dann ist der Abstieg unvermeidlich und man schaut sich die Himmelsleiter besser aus anderer Zustiegsrichtung von oben an, indem man zum Beispiel den Zugang über die Somsdorfer Klamm oder gar über Somsdorf selbst wählt. Sicher ist sicher! Keinesfalls sollte man wild am darunter liegenden Steilhang herumstürzen. Einerseits, weils keinen Sinn hat und andererseits man sich im Naturschutzgebiet befindet.

Die letzten Meter waren für alle Beteiligten eher Erholung statt Aufstieg und die kleine Rast oben am Sitzplatz mehr als verdient.
Zur Somsdorfer Klamm ging es nun auf dem gut begangenem Pfad in nordöstlicher Richtung weiter, zuerst ein paar Meter am Waldrand, jedoch recht schnell dann leicht hangabwärts in den Wald eintauchend. Vorbei an einer noch recht freien Aussicht mit Blick nach Rabenau geht es immer in Waldrandnähe zum Einstieg Somsdorfer Klamm, welcher sich als ein steiler Zickzackweg präsentiert, der bei nasser Witterung im Abstieg sicher für jede Menge Erheiterung und Stoff für spätere Anekdoten gepaart mit Begeisterung beim für das Wäsche waschen Verantwortlichen sorgen dürfte.

Sei es drum, der Abstieg war rutschfrei gemeistert und ein kleiner und feiner schmaler Pfad führt den geneigten Wanderer am Buschbach und Felsen entlang Richtung Rabenauer Grund. Natürlich nicht ohne ein kleines Abschlussschmankerl in Form einer „freischwebenden“ Stahlgitterbohle, welche zu meistern wäre und eine letzte Mutprobe für manch Wandersleut und Hund verspricht. Ein mentaler Halt ist durch eine Kette gegeben, welche zwar nicht straff, aber dafür etwas zu tief angebracht ist. Da es aber selbst die Hunde geschafft haben sollte es für den Himmelsleiterstürmer und die -stürmerin auch kein Problem darstellen. Nach wenigen weiteren Schritten erblickt man die rettende Weisseritz und erreicht linker Hand den Ausgang des Rabenauer Grundes in Richtung Weisseritzpark.

Viel Freude beim Wandern wünschen Manuela und Jörg Ulbricht

  • Tourlänge: cirka 4 km
  • Tourdauer: cirka 2 Stunden bei ausreichend Pausen zum Geniessen, Erleben und Trainieren
  • Höhenunterschied: cirka 100m
  • Schwierigkeit: sehr anspruchsvoll
  • bei Nässe, Schnee und Frost gefährlich und ausdrücklich nicht empfohlen!
  • Besonderheit: Kletterpassagen, steiler Aufstieg, Stahlleiter (schwierig zu umgehen -> große Hunde müssen entsprechend gesichert werden!), schmale Gitterbrücke (für Hunde ungesichert!) und schöne Aussichten

Diese Tour ist geeignet für:

  • Leinenführigkeit
  • Tragen, Heben und Sichern
  • Auf- bzw. Abseilen mit dem Abseilgeschirr
  • Ausweichen und Begegnen
  • Ablegen und Liegenbleiben
  • Sozialisierung