⚠️ Wichtiger Haftungsausschluss
Diese Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen in keinem Fall eine professionelle tierärztliche Behandlung. Die Inhalte wurden mit größter Sorgfalt erstellt, dennoch übernehmen der Autor und die Betreiber keinerlei Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Angaben.
Im Notfall ist immer unverzüglich ein Tierarzt oder eine Tierklinik zu konsultieren. Die hier beschriebenen Maßnahmen ersetzen keine fachliche Diagnose oder Therapie. Jegliche Anwendung erfolgt auf eigene Verantwortung.
Stand: April 2026
Erste Hilfe beim Hund
Ruhig bleiben · richtig handeln · Leben retten
Grundsätze der Ersten Hilfe
Erste Hilfe ersetzt niemals den Tierarzt — sie bereitet den Weg zu ihm vorEigenschutz sichern → Hund sichern → Zustand einschätzen → Tierarzt kontaktieren → Erste Hilfe leisten → Transport vorbereiten
Hunde reagieren hochsensibel auf die Gefühlslage ihrer Bezugsperson. Panik überträgt sich sofort, erhöht den Stress des Tieres und verleitet zu unüberlegten Handlungen.
Auch der sanfteste Hund beißt aus Schmerz. Immer langsam und seitlich annähern, ruhige Stimme. Nur ein sicherer Helfer ist ein guter Helfer.
Schal, Strumpf oder Leine: zweimal locker um die Schnauze, unter dem Kiefer kreuzen, hinter den Ohren verknoten. NIEMALS bei Atemnot, Erbrechen, Bewusstlosigkeit oder Hitzschlagverdacht!
Bei Verkehrsunfällen: Warndreieck aufstellen, Warnweste anziehen, Fahrzeuge absichern. Verletzten Hund erst dann aus der Gefahrenzone bringen.
Vitalwerte & Zustandsprüfung
Normalwerte im Ruhezustand — jede Abweichung ist ein AlarmsignalSchläge/Min. | Kleinhunde bis 140
°C rektal | <37,5 = Unterkühlung | >40,5 = Lebensgefahr
Züge/Min. in Ruhe
Flach/schnell/fehlend = Notfall
Zahnfleisch drücken → loslassen
Länger = Kreislaufproblem
Rosa & feucht = Normal | Blass/Weiss = Schock | Blau/Grau = Sauerstoffmangel (NOTFALL!) | Ziegelrot = Hitzschlag | Gelb = Ikterus (Leber)
Jede Abweichung von rosa/feucht ist ein Alarmsignal und erfordert umgehende Reaktion.
Reagiert der Hund auf seinen Namen, Berührung, Lichtreiz? Bewusstlosigkeit = sofortiger Notfall. Starre, weit geöffnete Pupillen ohne Lichtreaktion weisen auf eine schwere neurologische Störung oder bereits eingetretenen Hirnschaden hin.
Notfall-Schnellreferenz
Was tue ich zuerst bei… — Überblick nach DringlichkeitAkute Lebensgefahr — Magendrehung & Hitzschlag
Indikatoren · Auswirkungen · MassnahmenAufgeblähter, harter Bauch; erfolgloses Würgen ohne Erbrechen; Unruhe, Speichelfluss, Schmerzbauch, Kreislaufkollaps.
Magen dreht sich um eigene Achse — Blutversorgung unterbrochen. Aufgasungen, Organnekrosen, Schock innerhalb von Minuten. Ohne OP nicht überlebbar.
Sofort Tierklinik! Kein Warten. Kein Wasser geben, nicht legen lassen. Klinik telefonisch ankündigen.
Starkes lautes Hecheln; ziegelrote Schleimhäute; glasige Augen; Speichelfluss; Taumeln; Koordinationsprobleme; Bewusstseinstrübung.
Zelltod im Gehirn ab ca. 41°C. Multiorganversagen, Gerinnungsstörungen (DIC), irreversible Hirnschäden bei 42°C.
Schatten, lauwarmes Wasser von Pfoten aufwärts (Kopf, Hals, Achseln, Leisten). Kein Eiswasser (Gefässkrampf!). Ziel ~39°C. Sofort Tierarzt.
Grossrahmige, tiefbrüstige Rassen: Schäferhund, Dogge, Setter, Weimaraner, Dobermann, Sennenhunde, Bernhardiner. Präventiv: mehrere kleine Mahlzeiten, nach Fressen über 2–3h keine Bewegung, bei Trockenfutter länger.
Kein Eiswasser. Nicht in feuchte Tücher einwickeln (Wärmestau!). Nicht zwingen, grosse Wassermengen zu trinken. Kühlung auch während des Transports fortsetzen.
Akute Lebensgefahr — Krampfanfall & Bewusstlosigkeit
Indikatoren · Auswirkungen · MassnahmenPlötzlicher Bewusstseinsverlust, unkontrollierte Muskelzuckungen, Paddelbewegungen, Kieferkrampf, Speichelfluss, Urin-/Kotabgang. Dauer meist 1–5 Min.
Gehirnzellen sterben bei anhaltender Aktivität ab. Atemstillstand und Überhitzung drohen. Status epilepticus (>5 Min.) = neurologischer Notfall mit Lebensgefahr.
Hund NICHT festhalten! Umgebung sichern (Tisch, Treppe). Uhrzeit notieren — Anfallsdauer entscheidend für Tierarzt. Keine hellen Lichter, keine lauten Geräusche. NIEMALS in das Maul greifen. Anfall >5 Min. oder Folgeanfall: sofort Tierarzt.
Keine Reaktion auf Ansprache und Berührung, schlaffer Muskeltonus, Augen ggf. offen mit starren Pupillen.
Gefahr der Atemwegsverlegung durch Zunge oder Erbrochenes. Schock und Sauerstoffmangel entwickeln sich rasch ohne Massnahmen.
Hund auf rechte Seite legen. Kopf leicht überstrecken — Atemweg öffnen. Zunge nach vorne/seitlich. Obere Läufe leicht nach vorne. Kein Wasser, kein Futter. Transport: Kopf tiefer als Körper. Sofort Tierarzt.
Hund ist desorientiert, kann aggressiv reagieren. Ruhig bleiben, keinen Körperkontakt erzwingen. Erholung kann 30–60 Min. dauern.
Akute Lebensgefahr — Vergiftung
Indikatoren · Auswirkungen · Massnahmen · GiftquellenErbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe, Schläfrigkeit, Atemnot, Herzrasen, Speichelfluss, Koordinationsprobleme, blasse/gelbe Schleimhäute.
Je nach Gift: Leber- und Nierenversagen, Gerinnungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung, Bewusstlosigkeit.
Tiergiftzentrale SOFORT anrufen! Proben und Verpackungen sichern. Hund ruhig halten — Aufregung beschleunigt Giftresorption. KEIN Erbrechen ohne Anweisung. Kein Wasser ohne Anweisung.
Was tun auf Reisen und weitab von Hilfe? Auf eigene Gefahr mehrmals medizinische Kohletabletten (zerpulvert in Wasser gelöst, mittels kleiner Spritze vorsichtig über den Fang einflössen).
Schokolade/Kakao: Theobromin — Herzrasen, Krämpfe. Zartbitter besonders gefährlich.
Weintrauben/Rosinen: Akutes Nierenversagen — auch kleinste Mengen!
Xylitol (Birkenzucker): In Kaugummi/Backwaren — lebensbedrohlicher Blutzuckerabfall.
Rattengift: Hemmt Blutgerinnung — Symptome erst nach 3–5 Tagen!
Ibuprofen/Paracetamol/ASS: Immer giftig — niemals geben!
Giftige Pflanzen: Eibe, Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Tollkirsche, Goldregen, Oleander
Pflanze sofort fotografieren, eine Probe (mit Handschuhen) in eine Tüte geben und zum Tierarzt mitbringen. Im Zweifel: Tiergiftzentrale anrufen.
Berlin: 030 19240 · München: 089 19240 · Freiburg: 0761 19240 · Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: 0361 730730
Akute Lebensgefahr — Säuren, Laugen & Verätzungen
Indikatoren · Auswirkungen · Massnahmen · Was NICHT zu tun istSchmerzen, Speichelfluss, Kratzen im Gesicht/Maul, gerötete/weisse Schleimhäute, Atemnot, Erbrechen mit Blut.
Säuren koagulieren Gewebe (Koagulationsnekrose) — es bildet sich eine Kruste, die tiefere Schichten begrenzt, aber trotzdem ernsthafte Verätzungen verursacht. Aufnahme: Schleimhautverätzungen des gesamten Verdauungstrakts.
Handschuhe! Haut/Fell sofort 15 Min. mit lauwarmem Wasser spülen. Kein Einreiben, kein Öl. KEIN Erbrechen — erneutes Passieren vertieft die Verätzung. Verpackung mitbringen.
Starker Speichelfluss, Schluckschwierigkeiten, seifiges Gefühl im Maul, Erbrechen, gequollene/weisse Schleimhäute, Atemnot.
Laugen lösen Gewebe auf (Kolliquationsnekrose) — dringen tiefer ein als Säuren, da keine schützende Kruste entsteht. Verletzungen des Rachens/Speiseröhre können Stunden nach dem Ereignis noch fortschreiten.
Handschuhe! Maul und Haut sofort 15–20 Min. mit lauwarmem Wasser spülen. KEIN Erbrechen — Laugen verätzen beim Zurückfliessen erneut. KEIN Wasser innerlich — Laugen können hochschäumen und Erstickungsanfälle auslösen (Folgeproblem!). Tiergiftzentrale. Sofort Tierarzt.
Säure mit Natron „neutralisieren“ oder Lauge mit Essig — das erzeugt heftige exotherme Reaktionen, die zusätzliche Verbrennungen verursachen. Nur äusserlich mit lauwarmem Wasser spülen, immer Tierarzt aufsuchen.
Verpackung der Substanz immer mitbringen. Kontaminiertes Fell mit Wasser abwaschen — Handschuhe tragen, um eigene Verätzungen zu vermeiden.
Akute Lebensgefahr — Blutungen & Fremdkörper
Indikatoren · Auswirkungen · MassnahmenStark blutende Wunde. Hellrotes, pulsierendes Blut = arteriell (Notfall!). Dunkelrotes, gleichmässiges Blut = venös. Schockzeichen ohne sichtbare Wunde = innere Blutung.
Blutverlust von ca. 30% des Blutvolumens = hämorrhagischer Schock. Organversagen droht ab 40% Verlust.
Sterile Kompresse min. 5 Min. ohne Unterbrechung drücken. Kompresse durchtränkt → neue Lage DARÜBER, nie entfernen. Tourniquet (Abbindesystem) nur bei lebensbedrohlichen Gliedmassen-Blutungen; Zeitpunkt notieren, alle 30 Min. kurz lösen.
Plötzliches Würgen, Husten, Pfoten ans Maul, Speichelfluss, blaue/graue Schleimhäute, Erstickungsangst, Panik.
Totaler Verschluss: ohne Massnahmen Hirntod nach ca. 4 Min. Teilverschluss: Erschöpfung durch Atemnot, Hypoxie.
NICHT blind in den Rachen greifen (Fremdkörper kann tiefer geschoben werden!). Kleiner Hund: kopfüber halten, 3–5 kräftige Schläge zwischen Schulterblätter. Grosser Hund: Arme um den Bauch hinter Rippenbogen, ruckartig nach innen/oben. Heimlich-Griff-Technik. Danach immer Tierarzt.
Schockzeichen ohne sichtbare Verletzung: blasses Zahnfleisch, aufgeblähter Bauch, Schwäche, Kollaps. Keine Erstmassnahmen ausser Ruhighalten und Wärmeerhalt!
Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)
Nur anwenden wenn: kein Puls + keine Eigenatmung + BewusstlosigkeitHerz-Lungen-Wiederbelebung an einem herzschlagenden Hund kann lebensgefährliche Verletzungen verursachen!!! Immer vorher prüfen!
Hund auf die RECHTE SEITE legen. Kopf leicht nach hinten strecken, Luftröhre gerade. Maul öffnen, Zunge nach vorne/seitlich legen. Sichtbare Fremdkörper vorsichtig entfernen — niemals blind tief greifen.
Maul des Hundes schliessen, beide Hände umfassen die Schnauze. Über die Nasenlöcher atmen — Brust muss sich sichtbar heben. 1 Atemzug alle 3–4 Sek. (15–20/Min.). Kurzköpfige Rassen (Mops, Bulldogge): ggf. Mund-zu-Maul.
DRUCKPUNKT: hinter linkem Ellbogen auf Herzhöhe. Normale Rassen: beide Handballen übereinander. Tiefer Brustkorb: mittig. Kleinhunde/Welpen: Brustkorb von beiden Seiten umgreifen (Zirkulationsmethode). Brustkorb 1/3 bis 1/2 eindrücken. FREQUENZ: 100–120/Min. = Takt „Stayin‘ Alive“ (BeeGees).
30 Kompressionen : 2 Atemspenden. Alle 2 Min. Puls kontrollieren. Nicht unterbrechen bis Spontanatmung einsetzt oder Tierarzt übernimmt. Zweite Person ruft währenddessen Tierarzt an.
Schockzustand erkennen & handeln
Schock = lebensbedrohliche Kreislaufinsuffizienz — jede Minute zählt- Blass / weiss / kühle Schleimhäute
- Kapillarfüllzeit > 2 Sekunden
- Schwacher, schneller Puls
- Zittern, Schwäche, Kollaps
- Kalte Extremitäten, flache Atmung
- Apathie oder Bewusstlosigkeit
- Blutverlust (hämorrhagisch)
- Schwere Allergie (anaphylaktisch)
- Herzversagen (kardiogen)
- Sepsis / Vergiftung (distributiv)
- Trauma / Unfall
- Hund flach lagern, Hinterbeine leicht erhöhen (ausser bei Kopf-, Brust- oder Bauchwunde)
- In Rettungsdecke / Decken locker einwickeln — Wärmeverlust verhindern
- Ruhe, Stressminimierung, Hund nicht allein lassen
- KEIN Wasser, kein Futter! (Aspirationsgefahr und OP-Vorbereitung)
- Sofort Tierarzt / Tierklinik anfahren — vorher anrufen!
Kein Wasser, keine Tabletten — Aspirationsgefahr und mögliche OP-Vorbereitung. Hund nicht allein lassen.
Wunden & äussere Verletzungen
Erstversorgung bis zum TierarztMit NaCl (0,9%) spülen. Desinfizieren mit Octenisept®-Spray oder Betaisodona. Kein Wasserstoffperoxid — zerstört Gewebe! Bei klaffender Wunde: Steristrips, Tierarzt. Druckverband: Zweifinger-Test — muss unter den Verband passen.
Aussen oft winzig — innen erheblich. Tiefe Stichkanäle können Muskeln, Organe und Gefässe verletzt haben. Säubern, desinfizieren, steril abdecken, ggf. Druckverband bei starker Blutung. Bei grossen Fremdkörpern: NICHT entfernen — nur gepolsterter Verband!
Spülen, desinfizieren, ggf. Druckverband. Gebrochene Kralle: lose Teile vorsichtigst entfernen, Verband mit Zehenzwischenraumschutz. Im Winter: Streusalz sofort abspülen — verursacht Schädigungen in der Wunde.
Fremdkörper: NaCl 0,9% von innen nach aussen spülen. Hornhautverletzung: nicht spülen, feuchte Kompresse locker, sofort Tierarzt. Augenprolaps: nichts berühren/zurückdrücken — feuchte Kompresse, Notfall-Tierklinik!
Grannen bohren sich im Sommer durch Haut, Ohren, Augenlider — können wandern und Abszesse bilden. Sichtbare Fremdkörper vorsichtig mit Pinzette entfernen. Angelhaken: Widerhaken — nicht selbst entfernen.
Für Hunde hochgiftig — Magenblutungen, Nierenversagen, Tod. Auch vermeintlich „kleine“ Dosen sind lebensgefährlich.
Knochenbrüche & Wirbelsäulenverletzungen
Ruhighalten ist die wichtigste Massnahme — Schienen nur in AusnahmefällenHumpeln oder vollständiges Nicht-Auftreten; abnormale Stellung oder Winkelung der Gliedmasse; sicht- oder tastbare Deformität; Schwellung; Schmerzlaut bei Berührung. Offene Fraktur (Knochen ragt durch Haut) = sofortiger Notfall mit hohem Infektionsrisiko.
Hund ruhig halten, Bewegung auf das absolute Minimum reduzieren. Keine improvisierte Schiene ohne Übung — falsch angelegte Schienen verursachen Druckstellen, Durchblutungsstörungen, Verletzungsverschlimmerung und Zusatzschäden. Offene Brüche locker steril abdecken und gepolsterter Distanzverband, nicht reinigen. Maulkorb anlegen wenn möglich und trainiert. Kein Schmerzmittel aus der Hausapotheke.
Lähmungen, Koordinationsstörungen, Schmerzen beim Berühren des Rückens, Inkontinenz nach Trauma.
Minimalste Bewegung. Den Hund genau so lagern, wie er liegt. KEINE Rotation oder Beugung der Wirbelsäule. Mehrere Personen heben gleichzeitig auf starre, gepolsterte (Decke) Unterlage (Brett, Trage). Jede falsche Bewegung kann aus einer Quetschung eine dauerhafte Lähmung machen.
Kleinhunde: stabiler Karton oder Korb mit Polsterung. Grosse Hunde: Brett oder Tarp als Trage — zwei, besser drei, Personen heben auf Kommando gleichzeitig. Klinik vorab anrufen. Zweite Person betreut den Hund im Fahrzeug.
Ertrinken & Unterkühlung
Besonders relevant bei Outdoor- und ArbeitshundenHund sofort aus dem Wasser holen. Hinterbeine 15–30 Sek. hochhalten — Wasser aus Atemwegen ablaufen lassen. Kleiner Hund: kopfüber halten, leicht schütteln. Wenn keine Atmung: Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.
Auch bei scheinbarer Erholung: IMMER Tierarzt — Sekundär-Lungenödem kann Stunden später auftreten („Trockentrinken“).
Beim Trockentrinken schädigt das eingeatmete Wasser die schützende Auskleidung der Lungenbläschen (Surfactant) und die alveolo-kapilläre Schranke, sodass die Barriere durchlässig wird, körpereigene Flüssigkeit (Blutplasma) in die Lunge austritt, ein Lungenödem entsteht, der Gasaustausch behindert wird und zusätzlich eine Entzündung oder Infektion hinzukommen kann.
Zittern, steife Muskeln, Apathie, verlangsamter Puls, kalte Haut. Nasses Fell sofort trocknen. In Decken wickeln. Wärmflasche (immer in Tuch einwickeln!) an Bauch und Achseln. Kein direktes Heizgerät — Verbrennungsgefahr. Langsam aufwärmen — zu schnelles Aufwärmen kann Herzprobleme auslösen.
Langsames gleichmässiges Aufwärmen mit Körperwärme und Decken. Warme (nicht heisse) Getränke nur, wenn Hund ansprechbar und schluckfähig ist.
EIGENSICHERUNG! Nur mit geeigneter Eigensicherung aufs Eis. Nach Rettung: sofort trocknen, aufwärmen — Schock und Unterkühlung treten gleichzeitig auf. Tierarzt kontaktieren.
Beinahe-Ertrinken kann zu verzögertem Lungenödem führen — auch scheinbar erholte Hunde immer beim Tierarzt vorstellen.
Transport zum Tierarzt
Vor dem Losfahren immer anrufen — eine vorbereitete Klinik rettet LebenEine Hand unter den Brustkorb, eine unter den Bauch. Den Hund eng an den Körper drücken. Bei Bewusstlosigkeit: flach auf dem Unterarm tragen, Kopf leicht tiefer als Körper.
Decke oder Tarp (muss stabil sein) als Hängematte — zwei Personen heben jeweils an zwei Ecken. Hund liegt flach, kein Durchhängen in der Mitte. Eine Person fährt, zweite betreut den Hund.
Hund auf eine feste, stabile, nicht durchhängende, gepolsterte Unterlage bringen — ohne Rotation der Wirbelsäule. Mehrere Personen heben gleichzeitig auf Kommando. Keine Beugung oder Drehung der Wirbelsäule. Im Fahrzeug: Hund fixieren (Kissen, Deckenrollen), damit er bei Kurven nicht rollt.
Handschuhe/Brille anziehen — Eigensicherung. Haut/Fell 15 Min. mit lauwarmem Wasser spülen. Verpackung der Substanz immer mitbringen. Kein Erbrechen auslösen bei ätzenden Substanzen.
Klinik anrufen und ankündigen. Tipp: HundeWildnis App — NOTFALLMELDUNG. Impfpass + Krankenakte mitnehmen. Chip-Nummer bereithalten. Zweite Person fährt, erste betreut den Hund. Tierklinik-Nummer vorher im Handy gespeichert haben.
Die Notfallapotheke
Grundausstattung für Zuhause und unterwegsSterile Mullkompressen, Verbandsbinden 5 + 10 cm, selbsthaftende Binde (Cohesivbandage), Steristrips, Klebeband, Schlauchverband, Rettungsfolie.
NaCl 0,9% (Wundspülung), Octenisept-Spray oder Betaisodona, Augenspüllösung. Kein Wasserstoffperoxid (gewebeschädigend)!
Digitales Rektalthermometer, Taschenlampe / Stirnlampe. Optional: Stethoskop, Pulsmesser.
Pinzetten (stumpf + spitz), Schere (gebogen, stumpf), Einmalhandschuhe (mehrere Paar), Sicherheitsnadeln, Kühlakku, Wärmflasche, Zeckenzange.
Aktivkohletabletten (Vergiftung, nur nach Rücksprache!), Antihistaminikum (Dosierung vom Tierarzt), ggf. spezifische Mittel für Wanderhunde (Schlangenbiss etc.).
Impfpass · Chip-Nummer · Krankenakte mit Vorerkrankungen und Medikation · Kontakt Haustierarzt/Tierklinik · Tipp: HundeWildnis App — Stammdaten / Notfallmeldung
Notruf richtig stellen
Strukturierte Information spart lebensrettende ZeitDie App erstellt automatisch ein strukturiertes Notfall-PDF mit Symptom-Check, präzisem GPS-Standort (OpenStreetMap-Link), hochauflösenden Fotos der Verletzung und den medizinischen Stammdaten des Hundes — zur sofortigen Weitergabe an den Tierarzt per Messenger oder E-Mail.
Kurze Schilderung: „Mein Hund hat Rattengift gefressen“ / „War in Autounfall verwickelt“ / „Kollaps nach Hitzeexposition“. Proben und Verpackungen sichern.
Rasse, Alter, Gewicht, Geschlecht, Vorerkrankungen, aktuelle Medikation. Wichtig für Dosierungsberechnungen und Narkosevorbereitung.
Genaue Adresse oder GPS-Koordinaten. HundeWildnis App erfasst exakten Standort inkl. OpenStreetMap-Link automatisch — bei Outdoor-Notfällen besonders wertvoll.
Bewusstsein, Atmung, Blutung, Schmerzen — so konkret wie möglich. Telefon in Reichweite halten. Klinik vorher ankündigen — eine vorbereitete Klinik kann sofort handeln.